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Wo bleibt eigentlich die Ehre der Königin?
Neu im Kino

Montag - 26. September 2011 - 22:39
Zweifellos wird man von einem offensichtlich auf das “Popcorn”-Publikum abzielenden Film keine dramaturgischen Finessen erwarten. Im Vordergrund stehen Schauwerte, und diesbezüglich sollte “Die drei Musketiere” mit seinen spektakulären Luftschiff-Nummern erhebliche Alleinstellungsmerkmale zu bieten haben. Der Film ist augenscheinlich sein Geld wert. Dennoch wird sich auch hier der Markterfolg indirekt an der Ergiebigkeit der Vorlage messen lassen müssen. Die drei Musketiere” tritt gegen eine beinharte Konkurrenz an. Da sind wirklich alle Faktoren gefragt, auch die Originalität der Story sowie die emotionale Stimmigkeit. Gerade das Popcorn-Publikum ist wählerisch. ... mehr

Optische Eigenwilligkeit
Neu im Kino

Donnerstag - 15. September 2011 - 19:51
Der ‘human factor’ des Films sticht sofort ins Auge. Fast überreich sind die Elemente des sozial Befriedigenden: von der Benachteiligung des bettelarmen, aber stolzen MARCEL (André Wilms) über die herzbewegende Ehe mit ARLETTY (Kati Outinen) bis hin zur Hilfeleistung an dem hilflos in Frankreich gestrandeten Afrikaner IDRISSA (Blondin Miguel). Auch der Gemeinschaftsfaktor mit Bäckersfrau, Bardame und Gemüsehändler befriedigt. Kein Zweifel: “Le Havre” erfüllt auf der Beziehungsebene alle Wünsche. Doch hier beginnen auch Probleme. ... mehr

Sein und Schein
Neu im Kino

Freitag - 09. September 2011 - 12:16
Geschichten aus dem dritten Reich sind heute mehr denn je gezwungen, neue, ungewohnte, womöglich groteske Aspekte aus dem sattsam bekannten Kosmos der Nazi-Herrschaft zu entwickeln. Zu abgegriffen sind die alten Muster. Hier hat Quentin Tarantino mit “Inglorious Basterds” neue Messlatten gesetzt. MEIN BESTER FEIND kann dabei mit einer brillanten Pointe durchaus mithalten. Im Mittelpunkt steht eine emotional hoch aufgeladene Beziehung. RUDI (Georg Friedrich) ist der Ziehsohn der jüdischen Familie Kaufmann und damit der beste Freund von VICTOR (Moritz Bleibtreu). Als die Nazis die Macht ergreifen, schlägt sich Rudi jedoch in einem Akt krasser Illoyalität auf deren Seite. ... mehr

Romantic Comedy deutscher Herkunft
Neu im Kino

Mittwoch - 31. August 2011 - 11:46
Die deutsche Beziehungskomödie hat durch Anika Decker und Til Schweiger (auch durch “Männerherzen”) wieder einen gehörigen Aufschwung erfahren. Matthias Schweighöfer, der in „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ selbst mitspielte, knüpft daran mit seinem Regie-Debüt an. Die Frage, welche Form von Männlichkeit gefragt ist, um bei den Frauen sein Glück zu finden, ist auch hier beherrschend. Vieles scheint stilistisch direkt den Til-Schweiger-Filmen entliehen, was den direkten Vergleich herausfordert. ... mehr

Woody Allens verblüffender Trick
Neu im Kino

Samstag - 27. August 2011 - 18:45
Als meistverfilmter Drehbuchautor des gegenwärtigen Kinos hat Woody Allen immer wieder mit Möglichkeiten experimentiert, konventionelle Erzählstrukturen aufzulösen – bis hin zum Märchenhaften. In “The Purple Rose of Cairo” ging er so weit, dass ein Stummfilmstar die Leinwand verließ, um mit einer Frau im Publikum weiter zu leben. Der verblüffende Trick, mit dem Allen in “Midnight in Paris” ein Alleinstellungsmerkmal der Sonderklasse erschafft, schlägt aber alles bisher Dagewesene. Denn der nostalgische Romantiker GIL (Owen Wilson) wird wie durch Zauberhand in jene Ära entführt, die ihm als “Goldenes Zeitalter” vorschwebt: das Paris der Zwanziger. ... mehr

Culture Clash in Bayern
Neu im Kino

Freitag - 26. August 2011 - 05:56
Hinsichtlich dieses Films divergiert die Einschätzung zwischen Norbert Maass und Roland Zag. Daher werden hier zwei Lesarten und zwei Marktprognosen vorgestellt. R.Zag: Das Drehbuch entwirft aus meiner Sicht einen “Culture Clash” von zwei sehr geschlossenen Systemen. Diese Grundkonstellation verspricht von vornherein ein großes emotionales Potenzial. Da ist auf der einen Seite die Welt eines bayerischen Dorfes, das von den Baggerführern über den Metzger, den Pfarrer, die Nachbarin bis hin zum Bürgermeister samt Familie sehr komplett erzählt wird. Auf der Gegenseite steht die bunte Welt der Sanyassins, mit einer bunten Mischung aus Beziehungsstress, Weltverbesserung und verquasten Idealen. ... mehr

Lacher zwischen Fäkalhumor und Slapstick
Neu im Kino

Dienstag - 16. August 2011 - 14:03
Als Bestseller-Verfilmung bedient “Resturlaub” ein wirkungsvolles Thema, das mit der Simulationskraft des Kinos wunderbar korrespondiert: das Ausbrechen aus der Routine des Alltags (wobei der Starttermin gut zum Titel passt). Viele erfolgreiche Filme und Bücher – von „Die weiße Massai“ über „Kirschblüten“ bis zu „Nachtzug nach Lissabon“ – bedienen diesen Wunsch nach radikaler Veränderung. Viele Publikumsschichten würden ihn sich gerne erfüllen, leben ihn aber dann meistens doch nur im Kino aus. So gesehen ist der Ausbruch von PITSCHI GREULICH (Maximilian Brückner) aus seinem Bamberger Trott mit spießigen Freunden, braver Freundin und konservativen Brauerei-Kollegen grundsätzlich nachvollziehbar. ... mehr

Fast ausschließlich auf ein weibliches Publikum angewiesen
Neu im Kino

Freitag - 05. August 2011 - 18:50
Vordergründig lebt “Brautalarm” von den berüchtigten Szenen, die bekanntlich die Grenzen des Fäkalhumors zumindest im Genre der Romantic Comedy auf neue Rekordhöhen treiben. Der Film verfügt damit über ein glänzendes Alleinstellungsmerkmal. Dass diese Szenen aber so wirksam werden können, verdanken sie einer viel tieferen erzählerischen Schicht. “Brautalarm” ist nicht etwa – wie man angesichts der Vergleiche zu “Hangover” denken mag – ein Buddy Movie mit viel Gemeinschaftsfaktor. Ganz im Gegenteil wird ein sehr an der Protagonistin fixiertes Personal Drama erzählt. Dabei schält sich eine lupenreine Zugehörigkeitsgeschichte heraus. ... mehr

Alles ist hier eine Frage der Perspektive
Neu im Kino

Mittwoch - 27. Juli 2011 - 15:46
Eindrucksvoller wurde kaum je gezeigt, wie sehr die emotionale Beteiligung des Publikums am Film letztlich auf Parteinahme beruht. In “Nader und Simin” entsteht die Spannung aus einem scheinbar unbedeutenden Konflikt, der immer mehr eskaliert und letztlich zwei Familien ruiniert. Die Frage, wie man als Zuschauer auf die Ereignisse reagiert, für wen man Partei ergreift, wem die Empathie gehört, changiert beständig – abhängig von den Informationen, die uns das Drehbuch liefert. Konnte NADER (Peyman Moaadi) wissen, dass die Pflegerin, die er im Zorn aus der Wohnung gestoßen hat, schwanger war? Wenn ja, war sein Tun verwerflich und moralisch schwer zu verurteilen. ... mehr

Atemberaubend und elementar
Neu im Kino

Mittwoch - 29. Juni 2011 - 22:22
Das Alleinstellungsmerkmal ist groß. Die Verbindung einer bildgewaltigen epischen Erzählung mit einer völlig unbekannten Anti-Dramaturgie (verbunden mit den Erfolgen in Cannes) erschafft einen “must see”-Effekt, der sich nur selten einstellt. THE TREE OF LIFE ist ein Film, den man gesehen haben muss, um mitreden zu können. Dies allein erklärt die Attraktivität zumindest ein Stück weit. Rein erzählerisch geht der Film äußerst ungewöhnlich vor. Der einzige “Plot Point”, nämlich der Tod eines Kindes/jungen Mannes wird in den ersten Minuten gesetzt. Was folgt, ist nichts anderes als eine Art von filmischer Meditation über das Thema “Verlust und Annehmen des Verlusts”. ... mehr

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